Umso schwerer es mir manchmal fällt, mit den zweibeinigen „Tieren“ dieser Welt zu kommunizieren, desto leichter fällt es mir den Vierbeinigen. Ein Hauch Autismus mag grüßen. Menschen sind mir oft zu hektisch, aufbrausend, anspruchsvoll, überheblich. Die meisten Tiere vermitteln mir dagegen eine gelassenere Einstellung, auch wenn ich mich bis heute darin übe, Tierisch zu verstehen. Das führt oftmals dazu, dass ich bei einer Begrüßung erst den Tierzoo begrüße und dann den Rest. Von einem Hundehalter wurde mir erklärt, dass die Reihenfolge zumindest bei Hunden schlecht ist, weil sich diese dann privilegierter als ihr eigenes Herrchen ansehen. Seitdem versuche ich es andersherum, aber wenn diese großen Hundeaugen, der wedelnde Schwanz und der halb erstickte Hund (dank Leine) mit aller Kraft auf mich zurobben, was soll ich dann tun …
Worin ich gut geworden bin, das ist Kätzisch. Manche Katzen fahren voll darauf ab, wenn ich mich mit Ihnen unterhalte. Scheinbar klingt es wie Katzenbalsam, wenn ich meine Stimme auf warm-weiblich anhebe oder wie ein kastrierter Eunuch rede. Weich klingelnde Worte wie „Feine! Brave!“ sorgen restlos dafür, dass viele Miezen dahinschmelzen. Mittlerweile kann ich alle Dialekte vom norddeutschen Miowww bis zum bayerischen MauMiau. Sogar beim Autofahren muss ich erstmal anhalten, wenn ich eine Katze sehe, um zu quatschen. Für manche wirke ich wohl eher wie ein Tourist, der sich in einer Sprache versucht, die er nicht beherrscht, und so zieht manche Samtpfote kopfschüttelnd davon. Man kann halt nicht mit jedem! Die 3 Katzen eines früheren Freundes waren jedoch immer hocherfreut, wenn ich zu Besuch kam, und freuten sich mehr darüber als mein Freund selbst. Egal wo ich war, ständig fixierten mit 6 Augen in der Hoffnung auf Spiel, Spaß und Spannung. Selbst die Schüchternste war vorne dabei. Irgendwann bekam ich von seiner Freundin den Spitznamen „Katzenmagnet“ verpasst.
Gesellige Runden von Zweibeinern sind mir oft zuviel und ich fühle mich schnell überfordert, gerade wenn einige Menschen anwesend sind oder es einfach zu trubelig ist. Bei solchen Ereignissen kommen die treuen Vierbeiner meistens zu kurz, und so ziehe ich mich gerne zurück, locke die verängstigen Mitbewohner hervor und spiele mit denen. Andersherum habe ich in meinem Leben immer wieder Katzen getroffen, die mir völlig ohne Scheu gezeigt haben, dass ich sie von nun an bedienen und ihr Streichel-Diener sein darf. Bei den meisten Exemplaren brauchte es vorher eine mauzige Date-Phase, bis das Eis gebrochen war. Aber dann … scheinbar bin ich im Verführen von Miezen gut. Habt Acht, all ihr Katzenbesitzer 😀
Und nun lasse ich meinen Worten Taten folgen, also Bilder. Miau!
Gran Canaria: Die (etwas vernachlässigten) Katzen meiner FeWo-Nachbarn


Im Zwiegespräch mit der Glückskatze eines guten Freundes

Sizilien: Parkplatz-Katze mit Interesse an mir, aber noch mehr an meinem Essen

Island: Dieser Nachtschatten kam mauzend angerannt und ging gleich aufs Ganze!

Diese Nachbarskatze hatte im Kurs „Herzen brechen durch taktische Belagerung“ gut aufgepasst


El Hierro: Meet & Greet mit einer Straßenkatze

Nochmal Gran Canaria: Erst saufen, dann chillen. Kommt mit Fremden immer gut.


Diese Wanderung durfte nicht ohne Wegzoll fortgesetzt werden


Nochmal El Hierro: Was macht der Spinner als nächstes, um uns zu beeindrucken?

Österreich: Ich kam im Dunkeln, völlig durchnässt & fertig bei meiner FeWo an. Aber es half nix …

Mein lieber Dank gilt alle weiteren (meist kätzischen) Vierbeinern, die entweder aus Datenschutzgründen während dieser intimen Momente nicht fotografiert werden wollten, wo ich keine Kamera bei der Hand hatte oder wo der Austausch von Katzensabber und klebenden Haaren einfach wichtiger war 🙂
